Wirtschaftsjunioren beschützen mit Nachtwächter Fridolin die Lindauer Insel

Lindau, 25. Juni Anno Domini 1515. Ganz Lindau ist in tiefem nächtlichem Schlaf versunken. Ganz Lindau? Nein, ein paar tapfere Wirtschaftsjuniorinnen und –junioren trauen sich – unterstützt durch den erfahrenen Nachwächter Fridolin – durch die stockfinsteren, schlammigen Gassen Lindaus zu ziehen und nach dem Rechten zu sehen.

 

Ganz besonders halten sie Ausschau nach kleinsten Anzeichen ungewollten Feuers. Brennt noch in diesem Hause hier oder dort eine Laterne, obwohl doch schon die zehnte Stunde angesungen worden ist? Feuer, so erfahren die WJler, ist eine der größten Gefahren für die kleine Inselstadt. Immer wieder kommt es zu Bränden durch Unachtsamkeit. Und auch wenn dann alle Lindauer verpflichtet sind, mit ihren Ledereimern Löschen zu helfen – meist brennt doch ein Haus und auch noch angrenzende Häuser ab und Elend für die Bewohner ist vorprogrammiert. Das gilt es unbedingt zu vermeiden. Dafür gibt es schließlich Fridolin und seine WJ-Mithelfer.

Auch heute wankt wieder der Bürgermeister mit seinen Räten zu später Stunde auf den Straßen, nachdem er nach ausgiebigem Weingenuss lange Rat gehalten hat. Florian weiß, dass er ihm viel zu verdanken hat. Nicht nur, dass er ihm die Arbeit als Nachtwächter gegeben und ihn vereidigt hat, er hat ihm sogar vor langer Zeit seinen alten, abgetragenen Mantel geschenkt, auf dass er nachts bei seinen Runden nicht so frieren müsse. Jetzt stützt Florian seinen obersten Chef und einstigen Gönner und zeigt ihm wie so oft schon in der Vergangenheit den Weg nach Hause, wo seine Frau seit langem auf den Bürgermeister wartet.

Doch - lauern dort unten finstere Gesellen, die vielleicht nicht gesehen haben, dass Nachtwächter Florian unter dem besonderen Schutze des Bürgermeisters steht? Wollen sie ihn und seine WJ-Mitgehilfen vielleicht gleich überfallen und ausrauben? Auch wenn ihnen drakonische Strafen drohen – ein Finger ist schnell weg oder gar die ganze Hand – im Dunklen kann man sich nie sicher sein. Denn wenn der Hunger in den Familien der niederen Leute umgeht, ist oft jedes Mittel recht, um die vielen Münder und Bäuche satt zu bekommen.

Dann endlich nahen die erlösenden Morgenstunden. Florian singt die dritte und vierte Morgenstunde an. Nun schaut er, ob auch Bäckers- und Metzgersleut erwacht sind und pflichtgemäß ihre Arbeit beginnen. Denn schließlich sollen in Kürze wie jeden Morgen die Stammkunden ihr Brot und ihre Lebensmittel erhalten.

Am Ende ihrer Runde kommen Nachtwächter Fridolin und seine WJ-Gehilfen auch noch am Diebesturm vorbei. Fridolin ruft hinauf – die Wachen könnten ja eingeschlafen sein. Doch dieses Mal hört er das Bestätigungszeichen und ist erleichtert, dass die Wachen immer noch aufmerksam die kleine Inselstadt von oben beaufsichtigen.

Tief beeindruckt von dieser nächtlichen Runde – und auch erleichtert, nicht wegen Hexerei von der Inquisition gefoltert und verbrannt zu worden zu sein, obschon sie doch mit ihren „Smartphone“ und „Fotoapparat“ genannten Zaubergeräten mehrfach nächtliche Bilder in ihre Zaubergeräte hineingehext hatten – dankten die WJler ihrem erfahrenen Führer und reisten anschließend wieder zurück in die Zukunft des Jahres 2015.

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